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Griess aktuell

(2007/10/14)

Pressekritik Mainzer Unterhaus

18.-20.10.

Als Mann unter Müttern - Kabarettist Robert Griess läuft im Unterhaus zu Höchstform auf

(Mainzer Allgemeine Zeitung,20.10.2007)

ok. Freigeist und Andersdenker Robert Griess versteht die Welt nicht mehr. Ausgerechnet sein Lebensstil ist der von Bundesfamilienministerin von der Leyen propagierte Prototyp - so soll er sein, der deutsche Mann. Dazu muss man wissen: Griess ist regelmäßiger Spielplatzgänger, mischt sich unter die vielen Mütter mit ihren verzogenen Blagen und das im Dienste der Kinderbetreuung. Schon lange bevor die Ministerin gefordert hat, dass Männer ihren Beitrag leisten müssen, war er da und hat so einiges über sich ergehen lassen. "Horror. Überall Mütter!", entfährt es ihm. "Jetzt weiß ich, wie sich eine Frau fühlt, die sich als Mann verkleidet ins Konklave schleicht."

Bei seinem Auftritt im Unterhaus läuft Griess zu Höchstform auf. Sein aktuelles Programm "Geht´s noch?" ist voll von zynischen Spitzen und treffsicheren Pointen. Die Zuschauer lachen Tränen zuhauf.

Das Thema Einbürgerung etwa greift er in einer Quizshow "Wer wird Deutscher?" auf und nimmt dabei die Casting- und Rateshows aufs Korn. Nicht minder scharfzüngig präsentiert sich der Comedian bei seinem Motivationstraining für Langzeitarbeitslose. Denen erklärt er die globalisierte Welt und kommt zu dem Schluss: "Die Ukrainer sind die Polen der Polen!" So wie polnische Maurer hierzulande Wände hochziehen und uns ganz nebenbei noch die Zähne machen, so sind es ukrainische Justizangestellte, die in Polen den Zahnarztkittel überstreifen. Denn irgendeiner muss ja in Polen die Lücke schließen, wenn die Arbeitskräfte fehlen. Und auf die Frage "Wer arbeitet in Deutschland noch effizient?" liefert Griess die Antwort: der Schwarzarbeiter.

Und dann bedient er sich zweier Kunstfiguren, um seine Pointen wie Pfeile abzuschießen: Griess ist Bestandteil einer Dreiermännerdiskussionsrunde auf dem Spielplatz. Sie verstricken sich in hitzigen Debatten über die ach so ernste Lage der Nation. Herr Stapper ist überzeugter Hummerfahrer, auch wenn der Klimakiller Nr. 1 ist, und in breitem kölschen Dialekt raunt er ins Publikum: "Ich fahre jede noch so kleine Strecke mit dem Hummer, alles im Dienste der Solarenergie." Denn wenn die Ölressourcen endlich verbraucht sind, dann sei die Weiterentwicklung alternativer Energien nicht mehr aufzuhalten.





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